Bewerben auf Englisch

von  Gerhard Winkler

Vielleicht hat Ihnen Ihr aufwendiges Studium bisher nur wenig Zeit gelassen, Ihr Englisch frisch und flüssig zu halten. Aktualisieren Sie, noch bevor Sie sich bewerben, Ihr Sprachvermögen soweit, dass Sie Telefonate und Jobverhandlungen sicher auf Englisch führen können.


Sie konkurrieren vor allem im Verlauf Ihrer Karriere nicht nur mit muttersprachlichen Bewerbern, sondern auch mit einem internationalen Kandidatenpool, der Englisch als Zweit- und Arbeitssprache beherrscht. 

Für die Jobfindung gilt wie immer die Regel, dass das Verfolgen von bereits bestehenden Auslandskontakten die erste Priorität einnimmt. Reaktivieren Sie berufliche und private Bekanntschaften. Erfragen Sie in Ihrem sozialen Umfeld nützliche Adressen, Tipps und Hinweise. Vervollkommnen Sie Ihre Suchmethoden im Web, um internationale Jobbörsen, Bewerber-Infos, Firmenseiten zu recherchieren. Im Ausland ist man nicht weniger neugierig als bei uns, warum Sie gerade auf diese bestimmte Organisation gekommen sind und weshalb Sie ausgerechnet für diesen einen Jobanbieter arbeiten möchten.

Für englischsprachige Länder erstellen Sie ein einseitiges Anschreiben, das passgenau auf den Adressaten und ebenso genau auf den angestrebten Job entworfen ist. Sie argumentieren mit Ihrer konkreten Joberfahrung und -befähigung und zählen die harten Argumente auf, die Ihren Job-Claim, also den Anspruch auf einen bestimmten Job, begründen und unterstreichen.

Geben Sie im möglichst nur zwei- oder zweieinhalbseitigen Lebenslauf die angestrebte Position bzw. Ihre beruflichen Ziele an. Gebräuchlich ist die daran anschließende Aufzählung der einzelnen Bestandteile Ihrer beruflichen Kompetenz.

 Setzen Sie darunter umgekehrt chronologisch Ihre beruflichen Daten nach dem Muster: Position, vollständiger Firmenname, Ort, Aufgaben & Zuständigkeiten.

Verfahren Sie ebenso mit den Ausbildungsdaten. Listen Sie zudem auch Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auf. Legen Sie möglichst (falls verlangt: unbedingt) eine Seite mit Referenzen bei. Referenz kann jede Person sein, die aufgrund ihres exponierten beruflichen oder sozialen Stands und dank der Kenntnis Ihrer Anstrengungen und Leistungen etwas Positives über Ihre Soft Skills und Ihre Hard Work verlautbaren kann.

In den USA darf kein Arbeitgeber von einem Bewerber Angaben über Alter, ethnische Abstammung, Familienstand oder sexuelle Orientierung verlangen oder auf einem Bewerbungsfoto insistieren. Legen Sie auf keinen Fall ein Bewerbungsbild bei.

Der Lebenslauf ist typischerweise so aufgebaut:

Name + Adresse, zentriert
Umgekehrt chronologisch:
Ausbildungsdaten inklusive Schwerpunkte, Abschlüsse, Zusatzausbildungen, Praktika und Auslandsaufenthalte
Berufliche Daten inklusive Firmennamen, Berufsbezeichnung, Dauer der Beschäftigung, Zuständigkeiten und Erfolg
Fähigkeiten und Kenntnisse

Engagement, ehrenamtliche Tätigkeiten und Hobbys

US-Resumes sind oft gespickt mit Bullet-Listen, also Stichworten, die mit • untereinander gereiht werden. Das macht den Lebenslauf unnötig lang. Versuchen Sie es doch einmal mit Infoblöcken aus Stich- und Schlüsselwörtern!

Was Sie besser lassen, wenn Sie sich bei internationalen Firmen bewerben

Keine Angaben über Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft.
Schicken Sie kein Foto mit. (Oder klären Sie ab, ob Ihr PR-Foto genehm ist.)
Gehen Sie sparsam mit dem Wort ich um.
Schreiben Sie keine komplizierten Sätze. Aufzählungen Ihrer Leistungen sind OK.
Behaupten Sie nichts, was Sie nicht mit Nachweisen oder Referenzen belegen könnten.
Lassen Sie sich nicht über Ihre Soft Skills aus.
Formulieren Sie nicht abgehoben und allgemein. Kleben Sie an den Fakten.

Verwenden Sie keine Abkürzungen - insbesondere keine deutschen.
Verwenden Sie keine Passivkonstruktionen.

Lassen Sie die Gehaltsfrage in Ihrer schriftlichen Präsentation außen vor.
Verwenden Sie, falls Sie die Bewerbung ausdrucken, weißes, bürotaugliches Papier.
Setzen Sie keine Überschrift (wie resume) über Ihren Lebenslauf.

Behalten Sie Ihr Lebenslauf-Layout, wenn Sie vom Informationsgehalt überzeugt sind.
Notieren Sie keine Hobbys und Interessen, aber jedes Engagement in einer Organisation.

15.06.2015